Archiv der Kategorie 'Residenzpflicht'

Information evening – February 6th , 7 pm – BAIZ (Christinenstr. 1)

The Asylbewerberleistungsgesetz and its everyday consequences

Speakers:
Georg Classen, Refugee Council Berlin (Flüchtlingsrat Berlin), refers the historical background and current developments regarding the AsylbLG
Women in Exile, report on the impacts of AsylbLG on living conditions of refugees as well as possible resistance strategies

Since the introduction of the Asylbewerberleistungsgesetz (short AsylbLG: benefits for asylum seekers act) in 1993, the official purpose of the German refugee policy has been to discourage refugees from asylum applications in Germany.

The law dictates, that asylum seekers have to predominantly receive noncash benefits. Therefore, the currently more than 120 000 affected persons have to live under degrading circumstances in isolated refugee homes and detention camps instead of apartments, they receive standardized food packets and restricted shopping vouchers instead of money in cash. Besides, the AsylbLG regulates the medical care for refugees and restricts it to only acute and life-threatening illnesses. In addition, asylum seekers are subjects to a factual ban on work as well as to an obligation of residence, namely the prohibition to leave a certain assigned area. In combining all these debasing regulations the AsylbLG additionally constitutes an exclusionary wall of closure and separation.

Not only has the amount of benefits for refugees, which have been installed to allegedly ensure a dignified subsistence, always been considerably lower than the amount of other social benefits in Germany, it also has not been raised since the installation of the law in 1993!

It was only in 2012 that the German Federal Constitutional Court acknowledged the amount of benefits as inadequate and ordered the government to recalculate its basis. However, the voucher system as such has not been criticized at all in this regard.

This discriminating practices consistently evoke different forms of protests which manage to succeed in at least small improvements of the situation. As a consequence of those protests, but also because it is actually simply cheaper, some federal states as for example Berlin have already abandoned the voucher system and provide cash.

But at the same time more and more people are being affected by the remaining regulations of this law for even increasing periods of time. 20 years after the installation of the law the government and certain parts of society still agree on the legitimacy of the deterrent effect of the AsylbLG.

The upcoming event is meant to inform about how the AsylbLG effects the lives of refugees, but also to show possible resistance strategies and hopefully it can motivate to take action.

This event is one part in the series of events

“20th anniversary of the abolition of the right to asylum.
20 years of exclusion, deprivation of rights, deportation.
It has gone on for too long – Cut it out!”

hosted by the Initiative against the chipcard system

Veranstaltung am 6. Februar 2013, 19 Uhr, im BAIZ

Das Asylbewerberleistungsgesetz und seine alltäglichen Konsequenzen

Referent_innen:
Georg Classen, Flüchtlingsrat Berlin, über die Geschichte des Gesetzes und aktuelle Entwicklungen
Women in Exile, zum Leben mit dem Gesetz und den Widerstand dagegen

Seit der Einführung des Asylbewerberleistungsgesetzes im Sommer 1993 gilt offiziell als Ziel bundesdeutscher Flüchtlingspolitik, Flüchtende von der Einreise nach Deutschland „abzuschrecken“.

Das Gesetz bestimmt, dass Asylbewerber_innen hauptsächlich Sachleistungen erhalten sollen. Für die aktuell über 120.000 betroffenen Personen bedeutet das unter anderem ein Leben unter menschenunwürdigen Bedingungen in Heimen und Lagern statt in Wohnungen, standardisierte Essenspakete und Einkaufsgutscheine statt Bargeld zum Einkaufen. Außerdem regelt das AsylbLG auch die medizinische Versorgung, die auf ein Minimum beschränkt, also unzureichend ist und oft zu spät geleistet wird. Kombiniert mit dem faktischen Arbeitsverbot und der Residenzpflicht, also dem Verbot, sich außerhalb eines zugewiesenen Gebiets aufzuhalten, bildet das AsylbLG eine ausgrenzende Mauer.

Nicht nur lagen die Leistungen des AsylbLG, die angeblich eine würdige Existenz ermöglichen sollen, von Anfang an weit unter den sonstigen Sozialleistungen zur Existenzsicherung, auch wurde der der Betrag seit der Einführung des Gesetzes 1993 nicht ein einziges mal angehoben.

Erst im Sommer 2012 hat das Bundesverfassungsgericht diese Praxis teilweise gerügt und übergangsweise höhere Zahlungen angeordnet. Das System der Sachleistungen an sich wurde jedoch nicht kritisiert.

Gegen diese Methoden der Diskriminierung gibt es aber auch immer wieder Proteste, die es schaffen auf unterschiedlichen Wegen kleine Verbesserungen zu erreichen. Dank dieser Proteste, aber auch weil es einfach preiswerter ist, verzichten mittlerweile manche Bundesländer auf Gutscheine und zahlen Geld aus, darunter auch das Land Berlin. Gleichzeitig sind aber immer mehr Menschen über immer längere Zeiträume den Regelungen des Gesetzes unterworfen.

Auch 20 Jahre nach seiner Einführung herrscht zwischen Politik und Teilen der Gesellschaft Einigkeit, dass die „Abschreckung“ von Flüchtlingen legitim ist.

Die Veranstaltung soll über die Folgen des AsylbLG für Flüchtlinge berichten, aber auch Möglichkeiten des Widerstands dagegen aufzeigen und dazu motivieren aktiv zu werden.

Die Veranstaltung ist Teil einer Reihe der Initiative gegen das Chipkartensystem
„20 Jahre Abschaffung des Asylrechts.
20 Jahre Ausgrenzung, Entrechtung, Abschiebung.
Es ist schon lange genug – Cut it out!“

Sie findet statt im BAIZ, Berlin-Mitte, Christinenstr. 1

Aufruf zum bundesweiten Aktionstag am 22. März 2011

Aufruf zum bundesweiten Aktionstag am 22. März 2011 gegen Asylbewerberleistungsgesetz, »Residenzpflicht«, Lagerisolation & rassistische Sondergesetzgebung“
Bundesweit werden am 22.03. Aktionen gegen das Asylbewerberleitsungsgesetz und den daraus resulteirenden Folgen für die Betroffenen stattfinden. In Berlin wird es eine Kundgebung gegen die Heim&Lagerunterbringung geben, verknüpft mit einer Absage an eine der Firmen (K&S), die aus dem staatlich produzierten Elend der Flüchtlinge Profit schlagen. In Brandenburg organisiert das Bündnis gegen Lager eine Solidaritätsaktion mit den BewohnerInnen eines Heim dieses Betreibers. Achtet auf Ankündigungen und kommt zahlreich!

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Podiumsdiskussion am 25. Januar 2011

Die Residenzpflicht ist tot?
Lang lebt die Residenzpflicht!

Auf dem Podium sind VertreterInnen der Flüchtlingsinitiative Berlin/Brandenburg (FiBB), The Voice und Togo Action Plus
25. Januar 2011 um 19 Uhr
im Tante Horst (Oranienstraße 45 – u8 Moritzplatz)

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Tut sich was bei der Residenzpflicht auf Bundesebene?

Bundesregierung lockert Residenzpflicht (27. Oktober 2010)

Die Bundesregierung hat heute einen Gesetzesentwurf beschlossen, der unter anderem eine verschärfte Repression gegen »Integrationsverweigerer« bedeutet, aber auch eine Reihe von Änderungen der Residenzpflicht. Den überfälligen Schritt der generellen Abschaffung der Residenzpflicht zögert die Bundesregierung weiter hinaus.
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