Die Chipini ist tot…lang lebe die Chipini!

13 Jahre Initiative gegen das Chipkartensystem, Wut, Protest und Widerstand gegen den alltäglichen und institutionellen Rassismus, in Köpfen, Amtsstuben, auf der Straße, an Ladenkassen und vor allem in den Gesetzen.

13 Jahre wildes Debattieren, Ränke und Pläne schmieden. Vorbereiten, durchführen, Nachbereiten. Zu Bündnissen gehen, über Bündnisse schimpfen, mit Bündnissen tolle Erfolge haben. GenossInnen verlieren, FreundInnen finden, älter werden, anders werden, dabei bleiben und neue Wege gehen.

13 Jahre Unterstützung durch die Szene, beim Einkaufen, beim Solidarisieren, beim Mitmachen, beim Themenaufgreifen, beim kreativer sein, beim Dabeisein.

13 Jahre Menschen und Gruppen kennenlernen, die von ganz woanders kamen. Die was zu sagen hatten und sich eingebracht haben, die andere Weg kannten und mitgekommen sind.

13 Jahre unzählige Veranstaltungen, Demonstrationen, Spaß- und Protestaktionen, große Erfolge wie die Abschaffung des Chipkartensystems und kleine wie die Aufweichung der Residenzpflicht in Berlin/Brandenburg.

13 Jahre und es gibt noch so viel zu tun: Residenzpflicht, Sachleistungen, Heimunterbringung, gekürzte Sozialleistungen, faktisches Arbeitsverbot, frauenspezifische Fluchtgründe, ungesicherter Aufenthalt und Abschiebungen und immer noch kein Bleiberecht für alle.

Und dennoch – die Chipini gibt’s nicht mehr. Wir danken allen Einzelpersonen und Gruppen, mit denen wir in dieser Zeit zusammengearbeitet haben; allen, die uns irgendwie irgendwo irgendwann mal unterstützt haben und hoffen, dass es euch genauso viel Spaß gemacht hat wie uns!

Natürlich werden wir nicht ganz von der Bildfläche verschwinden. Es gibt noch viel zu tun und auch ohne die Chipini werden wir weiter im politischen Geschehen mitmischen.

Es bleibt dabei: Für freies Fluten und das beste Leben für alle!

Initiative gegen das Chipkartensystem, August 2013